Die Funktionsweise von Vitamin K ist einzigartig unter den Vitaminen. Vitamin K aktiviert die GLA Proteine (Gamma-Carboxylglutaminsäure), welche für die Blutgerinnung und die Steuerung von Calcium wichtig sind. Bisher wurden fünfzehn dieser Proteinarten gefunden. Wissenschafter vermuten über einhundert Arten, die im gesamten Körper vorkommen. Vitamin K, und nur Vitamin K, aktiviert diese Proteine.
GLA Proteine aktivieren Gerinnungsfaktoren in der Leber, Osteocalcin in den Knochen und MGP im Blutkreislauf. So unterstützen diese Proteine die Blutgerinnung, die Anbindung von Calcium an die Knochen sowie die Beseitigung überschüssiger Kalkablagerungen in den Arterien.
Vitamin K reguliert Calcium
Vitamin K schafft das Kunststück, bei Proteinen eine sogenannte „Carboxylierung“ herbeizuführen. Bei der Carboxylierung bilden die Proteine (bildlich gesehen) Krallen, mit denen sie am Calcium angreifen können. Sobald sich die Proteine am Calcium festgeklammert haben, können sie es auch bewegen. Proteine, die nicht genug Vitamin K erhalten, können diese Krallen nicht ausbilden. Sie sind „untercarboxyliert“ und können das Mineral nicht steuern. Ohne aktivierte GLA-Proteine wandert Calcium unkontrolliert aus den Knochen in die Arterien und andere weiche Gewebearten.
So schützt Vitamin K2 die Knochen
Das bekannteste GLA-Protein heißt Osteocalcin. Vielleicht haben Sie schon in Zusammenhang mit Knochendichte davon gehört. Osteocalcin benötigt Vitamin K2, um Calcium in den Knochen einzulagern. Untercarboxyliertes Osteocalcin (Osteocalcin ohne Vitamin K) kann Calcium nicht regulieren, wodurch sich der Calciumgehalt in den Zähnen und Knochen vermindert und diese porös werden. Gleichzeitig lagert sich Calcium in den Arterien ein. Vitamin K2 hat in Studien gezeigt, dass es diesen Vorgang umkehren kann.
So schützt Vitamin K die Arterien
Vitamin K aktiviert Matrix-Gla-Protein (MGP), welches für die Regulierung von Calcium in den Arterienwänden zuständig ist. Besteht ein Mangel an Vitamin K, so können diese Proteine nicht aktiviert werden, was zu Calciumablagerungen in Form von arteriosklerotischer Plaque führt. Das erklärt auch, warum Patienten, die Blutgerinnungshemmer einnehmen (z. B. Cumarine, welche die Wirkung von Vitamin K hemmen) unter beschleunigter Arteriosklerose leiden.
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